Grundlegendes Ziel eines universitären Studiums ist, dass Inhalte und Methoden gelehrt werden und zugleich eine kritische Auseinandersetzung mit diesen stattfindet. Neben einer breiten, berufsfeldbezogenen Ausbildung wird auch eine allgemeine Bildung der Studierenden angestrebt, die sie befähigen soll, mit komplexen und sich ändernden Fragestellungen umzugehen. Hierfür ist es notwendig, nicht nur bereits bekannte Lösungen anwenden, sondern neue erarbeiten zu können. Gerade die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachbereiche und Studiengänge befördern dieses Ziel: Sie untersuchen in disziplinärer Vielfalt gesellschaftliche Fragestellungen und gehören daher als fester Bestandteil zum breiten Spektrum der Wissenschaften an der Goethe-Universität.

An vielen Studierenden und interessierten Abiturient*Innen nagt allerdings die Frage nach anschließenden Tätigkeitsfeldern und Karrieremöglichkeiten, da ein Studium der Geistes- oder Sozialwissenschaften nicht für ein bestimmtes Berufsbild qualifiziert. Für ein erfolgreiches Studium ist seine offene Ausrichtung hilfreich – für die Studierenden ist es aber oft motivierend, ein klares Berufsziel vor Augen zu haben. Daher ist ein früher Kontakt zu potentiellen Arbeitgeber*Innen bereits während des Studiums förderlich. Genau an diesem Punkt setzt die Messe „Karriere für den Geist“ an: Bestehende Möglichkeiten für Studierende und auch Unternehmen werden sichtbar und neue Chancen können sich durch Kontakte und Netzwerke entwickeln.

Als Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt freue ich mich daher besonders, dass sich Studierende im Rahmen des Deutschlandstipendiums an unserer Universität schon zum dritten Mal ehrenamtlich für die Messe engagieren und die verschiedensten beruflichen Perspektiven beleuchten. Die Karrieremesse für Geistes- und Sozialwissenschaftler ist das erste Projekt seiner Art für Studierende unterschiedlichster Disziplinen.

Die Wertschätzung von Geistes- und Sozialwissenschaften ist ein Anliegen, das nicht nur auf rein materieller Ebene basiert, wie es eine Karrieremesse suggerieren könnte. Ich bin davon überzeugt, dass dieses Projekt auch für unsere Gesellschaft an sich ein Gewinn ist. Wir brauchen Geistes- und Sozialwissenschaftler*Innen, die sich mit ihrem Potential kreativ und innovativ in den verschiedensten Bereichen einbringen. Daher unterstütze ich dieses Projekt und freue mich über eine rege Teilnahme.

Prof. Dr. Roger Erb, Vizepräsident der Goethe-Universität Frankfurt am Main